Wie du dir deine Fotos aus 4K-Videos holst – ohne Einheitsbrei
Das Netz ist voll mit dem gleichen Kram:
die gleichen Sprüche, die gleichen Stockfotos, die gleichen Posen.
Glatt, genormt, austauschbar.
Aber gerade Kunst, Handwerk, kleine Projekte – das ist für mich die Seele des Volkes.
Die sollte nicht in billigem, schnellem und genormtem Erfolg untergehen.
Es macht einen Unterschied, ob du ein Massenprodukt schiebst –
oder mit deiner Arbeit wirklich etwas bewegen willst.
Hier geht es darum, wie du dir selbst eine einfache, ehrliche Webseite baust –
mit eigenen Bildern, ohne Studio, ohne Agentur.
DEINE NAVIGATION
- 1 Grundidee: Filmen statt posen – und Frames als Fotos
- 2 Geeignete Kameras – und warum fast alles reicht
- 3 Kurz zur Technik – verständlich erklärt
- 4 Lichtstarke Festbrennweite: mehr Spielraum bei der Verschlusszeit
- 5 Was du wirklich brauchst – sehr einfach
- 6 Konkrete Einstellungen (als grobe Faustregel)
- 7 Nachschärfen: ein bisschen, nicht übertreiben
- 8 So läuft eine Session in der Praxis
- 9 Worum es am Ende geht
Grundidee: Filmen statt posen – und Frames als Fotos
Statt dich in ein steifes Fotoshooting zu zwingen, machst du es so:
- Du nimmst ein 4K-Video auf.
- Du bewegst dich, redest, arbeitest – ganz normal.
- Später suchst du dir aus dem Video einzelne Frames als Fotos raus.
Nach ein paar Minuten ist die Kamera im Kopf verschwunden.
Dann entstehen die Momente, die ehrlich sind: echte Gesten, echte Blicke.
Standbilder aus Videos schneiden .
Geeignete Kameras – und warum fast alles reicht
Ich selbst arbeite viel mit:
- DJI Osmo Pocket 3
- Sony ZV-E10 (am liebsten mit lichtstarken Festbrennweiten)
Damit habe ich diese Arbeitsweise sehr gut getestet, deswegen nenne ich sie beim Namen.
Wichtig ist aber:
Fast jede aktuelle Kamera und auch ein gutes Smartphone mit 4K-Video
können das heute leisten.
Wenn dein Handy 4K filmen kann und du es halbwegs ruhig bekommst (Stativ, Halter, Bücherstapel), kannst du das gleiche Prinzip nutzen:
- 4K-Video
- hohe Bildrate (wenn möglich)
- gute Beleuchtung
- und später Frames rausziehen.
Die Osmo Pocket 3 und die Sony ZV-E10 sind Beispiele, weil:
- sie relativ günstig sind,
- sie eine einfache Bedienung haben,
- und sie in der Praxis zuverlässig gute Ergebnisse liefern.
Teure Alpha-Boliden mit 50 Knöpfen ändern daran nichts.
Ein gutes Objektiv bringt in meinen Augen mehr als ein dicker Body mit kompliziertem Menü.
Kurz zur Technik – verständlich erklärt
Drei Dinge sind wichtig:
- Auflösung
- 4K ≈ 3840×2160 Pixel → mehr als genug für Web und normale Drucke.
- Bilder pro Sekunde (fps)
- 25/30 fps: Filmlook, weniger Auswahl.
- 50/60/100/120 fps: mehr Einzelbilder, ideal für Standbilder.
- Verschlusszeit
- Kurz (z.B. 1/250, 1/500, 1/1000): Bewegung wird eingefroren → klare Frames.
- Länger (z.B. 1/50): schöner Filmlook, aber Bewegungsunschärfe in Einzelbildern.
Für Fotos aus Video gilt:
Lieber viele Bilder pro Sekunde und kurze Verschlusszeit,
als Filmromantik mit verwischten Bewegungen.
Lichtstarke Festbrennweite: mehr Spielraum bei der Verschlusszeit
Wenn du eine Kamera wie die Sony ZV-E10 nutzt, helfen lichtstarke Festbrennweiten (z.B. f/1.4, f/1.8):
- Mehr Licht aufs Bild
- Du kannst die Verschlusszeit verkürzen (z.B. bis 1/500 oder 1/1000),
- Das Bild bleibt trotzdem hell genug.
Merke:
- Je kürzer die Verschlusszeit (1/500, 1/1000),
- desto klarer wird die Bewegung eingefroren,
- aber desto dunkler wird das Bild.
Mit einer lichtstarken Linse und einem Videolicht erreichst du diese kurzen Zeiten viel leichter.
Wir haben das bei schnellen Bewegungen ausprobiert – man sieht den Unterschied sofort.
Was du wirklich brauchst – sehr einfach
Um Webseiten-Fotos aus 4K-Video zu machen, brauchst du:
- eine Osmo Pocket 3, eine Sony ZV-E10,
oder eine andere aktuelle Kamera oder ein gutes 4K-Smartphone, - im Idealfall eine lichtstarke Festbrennweite (an Kameras mit Wechselobjektiv),
- ein Videolicht oder gutes Fensterlicht,
- einfache Software, mit der du:
- das Video ansehen,
- einzelne Frames exportieren,
- und leicht nachschärfen kannst.
Es müssen keine Profi-Programme sein.
Hauptsache, du kommst gut klar damit.
Konkrete Einstellungen (als grobe Faustregel)
Egal ob Kamera oder Smartphone – wenn du es einstellen kannst, dann:
- Auflösung: 4K
- Format: 16:9 (Querformat)
- Bilder pro Sekunde:
- lieber 50/60 fps (oder mehr), wenn möglich
- Verschlusszeit:
- ca. 1/250 bis 1/500 Sekunde,
- bei viel Bewegung auch mal 1/1000,
- dafür brauchst du Licht + gutes Objektiv
- ISO: so niedrig wie möglich
- Licht: lieber eine Lampe mehr als zu wenig
Das Video wirkt damit eher „fernsehmäßig“ als „filmisch“ –
aber das ist vollkommen okay, weil wir ja die Standbilder wollen, nicht den fertigen Film.
Beispielbilder aus dem Film geschnitten, schnelle BEwegungen im Ursprungsfilm zur verdeutlichung der Funktion, dann mit Photoshop elements 2026 grob bearbeitet und in Chat Gpt zum Comic weiterverarbeitet.
genaue Promts folgen. -ohne Fleiß und Kenntnisse keine guten Ergebnisse.




Nachschärfen: ein bisschen, nicht übertreiben
Ich arbeite zurzeit mit:
- Photoshop Elements 26 – völlig ausreichend zum Nachschärfen, kein Pro-Ungetüm.
- DaVinci Resolve (Studio) – die bezahlte Version, aber die Gratis-Version kann das für unsere Zwecke auch.
- GIMP – kostenlos und ebenfalls brauchbar.
Was bringt Nachschärfen?
Pluspunkte:
- Konturen wirken klarer,
- Details kommen etwas besser raus,
- Bilder wirken auf der Webseite „aufgeräumter“.
Minuspunkte, wenn du übertreibst:
- Rauschen wird stärker,
- unschöne Ränder an Kanten,
- Gesichter sehen schnell hart und unfreundlich aus.
Darum:
Erst bei der Aufnahme auf gutes Licht und sinnvolle Verschlusszeit achten –
dann nur sanft nachschärfen.
So läuft eine Session in der Praxis
- Ort auswählen
- ruhiger Hintergrund, kein Gerümpel,
- gutes Fensterlicht oder Videolicht.
- Kamera oder Handy aufstellen
- auf Stativ, Hocker, Bücherstapel – Hauptsache halbwegs stabil.
- Einstellungen checken
- 4K,
- hohe fps,
- kurze Verschlusszeit,
- ISO nicht hoch jagen.
- Video laufen lassen
- du redest, bewegst dich, erklärst, arbeitest, lachst.
- kein Posieren, eher „so wie du bist“.
- Kamera im Kopf loslassen
- nach ein paar Minuten bist du im Flow,
- genau dann entstehen die guten Bilder.
- Frames auswählen
- am Rechner durchklicken,
- stoppen, wenn ein Moment passt,
- Frame als Bild exportieren, leicht bearbeiten – fertig.
Mit 10–30 guten Frames kannst du eine komplette Webseite bestücken.
Worum es am Ende geht
Es geht nicht darum, Technik zu feiern.
Es geht darum, dass Menschen ohne großes Budget:
- eine eigene Webseite aufbauen,
- mit eigenen Bildern,
- und ohne in den üblichen 08/15-Brei reinzurutschen.
Ob Osmo Pocket, Sony ZV-E10, andere Kamera oder gutes Handy –
wichtig ist:
- dass du verstehst, was du tust,
- dich bewegt statt zu erstarren,
- und dir nicht einreden lässt, das ginge nur mit Profi-Zirkus.
Der Rest ist Feinarbeit –
aber der wichtigste Schritt ist:
Du nimmst deine Darstellung selbst in die Hand.
Bonus-Tipp für Sparfüchse
Du kannst das alles auch machen, ohne irgendetwas Teures anzuschaffen.
Ein aktuelles Smartphone mit 4K-Video reicht völlig aus:
- Handy auf ein Stativ, Hocker oder Bücherstapel,
- 4K einstellen,
- Video laufen lassen,
- später Frames als Fotos rausziehen – fertig.
Wenn du es dir noch bequemer machen willst, kannst du dir irgendwann einen einfachen Handy-Gimbal mit Tracking gönnen:
- das Bild bleibt stabil,
- das Tracking hält dich im Bild, auch wenn du dich bewegst,
- du kannst dich voll auf dein Tun konzentrieren.
Wichtig:
Der Gimbal ist Luxus, kein Muss.
Die Grundidee funktioniert schon mit dem, was viele sowieso in der Tasche haben:
deinem Handy.


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